Wort für den Tag - 23. Juli 2021

Kurze Berggrüße


Photo by Tom Gelf

Weit ausgebreitet liegt das Land
geformt von Gottes Hand.
Das Auge trinkt, die Seele schweift,
bis Andacht still das Herz ergreift.
Und tief erfüllt vom Gipfelglück
steig dankbar ich ins Tal zurück.
(Hans und Sieglinde Stangl, Gröbming)

In diesem Sinn mit herzlichen Grüßen aus Österreich
Ihr/ Euer Tom Gelf

Wort für den Tag - 22. Juli 2021

Dumm, faul, aber interessiert

… das sind wohl keine Charaktereigenschaften, mit denen man gern beschrieben werden will und doch kann diese Kombination sehr nützlich sein. Und dies möchte ich Ihnen heute gern als Wort zum Tag mitgeben.

Da schüttet mir jemand seine Sorgen aus und fragt mich um Rat. Und ich will hilfsbereit sein und antworte nach bestem Wissen und Gewissen: „Vielleicht solltest du …“, „Ich würde an deiner Stelle …“, „Also ich denke …“. Aber statt dankbar zu sein, verschlechtert sich die Stimmung und irgendwie gerät das Gespräch nicht so, wie gedacht. Oder noch schlimmer: Mein guter Rat wird befolgt, geht aber total in die Hose. Ich habe mich so schonmal ganz fürchterlich mit meiner Schwester verkracht.

Doch wie könnte es anders gehen? Indem ich im Gespräch dumm, faul, aber interessiert bin!

„Dumm“ heißt dabei: Ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich kann deine Situation nicht einschätzen. Und ich kann (und will) deine Probleme auch nicht lösen, bin daher „faul“. Deine Probleme kannst nur du bearbeiten. Aber du interessierst mich. Ich höre dir zu und frage nach. Ich schenke dir meine Zeit und leihe dir aufmerksam mein Ohr.

Für die Sommer- und Urlaubszeit gebe ich Ihnen diesen Rat mit auf den Weg: Seien sie mal dumm, faul, aber interessiert.

Liebe Grüße


Ihr Pfarrer Dr. Sebastian Ziera

Wort für den Tag - 21. Juli 2021

Alles hat seine Zeit

Dieser Spruch „sprang“ mich vor ein paar Tagen an. Neu ist er natürlich nicht.
Aber durch die Ereignisse der letzten Zeit hat er etwas in mir zum Nachdenken gebracht.

Da war das Erleben von zwei Trauerfeiern innerhalb weniger Wochen. Die Nachricht von mehreren vertrauten oder mir zumindest bekannten Menschen, ganz verschiedenen Alters, überwiegend sogar jünger als ich, welche mit einer Krebserkrankung kämpfen.
Die Coronasituation weltweit. Hier das trügerische Gefühl alles ist vorbei und in den Ländern des globalen Südens, der Mangel an Impfstoffen, Sauerstoff und Schutzausrüstung. Nur weil wir Reichen nicht begreifen wollen, dass eine Pandemie nur zusammen überwunden werden kann. Oder doch zumindest noch ein gutes Geschäft getätigt werden soll.

Doch zurück zum Thema Zeit.

Doch die niedrige Inzidenz (so dankbar ich darüber bin) lässt, all die Zeit für Veranstaltungen, Planungen und Vorbereitungen explodieren.

Alles hat seine Zeit. Zeit haben!

Alle hetzen, sind gestresst, haben viel zu viele Termine und schon öfter hab ich den Spruch gehört. Also der Lockdown hatte auch sein Gutes. Endlich hatte ich, hatten wir mal Zeit.

Brauchen wir einen staatlich verordneten Rahmen, um für uns zu sorgen?

Alles hat seine Zeit. Leben hat seine Zeit.

Wir alle haben eine bestimmte uns unbekannte Dauer Lebenszeit.

Neulich sah ich den französischen Film „Das brandneue Testament“.

Ein ungewöhnlich schwarzhumoriger, französischer Film.

Aber vieles durchaus Nachdenkens wert.

Ein Punkt davon: Die Tochter von Gott will sich an ihrem bösartigen, gewalttätigen Vater rächen und gibt allen Menschen ihre noch verbleibende Lebenszeit bekannt.

Was würde es mit mir, mit dir machen, wenn du wüsstest dir bleiben noch x Jahre, Monate, Tage, Stunden und Sekunden in diesem Leben?

Im Film reagieren die Menschen völlig unterschiedlich.

Wie würde ich mich verhalten?

Würdest du etwas anders machen, als jetzt?

Alles hat seine Zeit.

Nimm dir heute ein paar Minuten deiner Lebenszeit und denke über die Frage nach.

Würdest du etwas anders machen, wenn du genau weißt, wie lang du noch zu leben hast?

Sterben hat seine Zeit und Leben hat seine Zeit.
Auf geht’s!

Susanne Schönherr

Wort für den Tag - 20. Juli 2021


Photo: v-borodinova-pixabay1.jpg

"Dient einander, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat."
Petr. 4,10.

Am Samstag fand in der Bethanienkirche der Kirchenvorstandstag statt. Der Kirchenvorsteher*innen warfen einen Blick auf die Aufgaben, die vor ihnen liegen. Dabei kam das Gespräch auch auf das Motiv unseres Leitbilds, den Satz „Dient einander, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.". Der Satz nimmt ein Grundmotiv des Evangeliums auf. Von der Krankenheilung bis zur Fußwaschung begegnet uns immer wieder, welch hohe Bedeutung Jesus und die ersten Christen dem Dienst am Mitmenschen beimaßen. Diese Aufforderung stammt aus dem ersten Petrusbrief und spielt auf die Zusammenarbeit in den frühen christlichen Gemeinden an. Unter „dienen“ ist hier nicht ein Streben nach Anerkennung oder Selbstdarstellung zu verstehen und nicht das Abzielen auf den eigenen Vorteil. Der Leitspruch geht über ein „wie du mir, so ich dir“ hinaus. Es geht um die gegenseitige Zuwendung, um eine selbstlose Tätigkeit.

Das Wort „Einander“ gibt das Ziel des Dienens vor. Der Dienst soll sinnvoll sein und die Gemeinschaft stärken. Kein Bedienen und Bedientwerden wie im Restaurant empfiehlt der Verfasser des Petrusbriefs, sondern die gegenseitige Unterstützung und wie der Hinweis auf die (verschiedenen) Gaben zeigt, die gegenseitige Ergänzung. Dabei hat jede Zeit ihre eigenen Herausforderungen. Als der Petrusbrief entstand, standen die Menschen, an die das Schreiben gerichtet war, unter starkem gesellschaftlichem Druck. Christen wurden verfolgt.

Gegenwärtig fordern uns die Auswirkungen der Klimaerwärmung und die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit heraus, wozu auch die Hilfe für Menschen in Not zählt. In einer der letzten Veranstaltungen  der Reihe „Theologischer Montag“ fragten sich die Teilnehmer*innen, was alles die Gründe für den unglaublichen Zustrom waren, den die ersten Gemeinden trotz hohem Verfolgungsdruck erfuhren. Die selbstlose gegenseitige Hilfe, die Solidarität untereinander dürfte einer davon gewesen sein. Und auch heute kann uns dieser Satz freundliche Einladung sein, immer wieder neu.

Christian Marquering

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