Wort für den Tag - 16. Mai

Telefonschalte – dieser Begriff begegnet uns in letzter Zeit oft in den Nachrichten und Zeitungen: Die EU-Kommissionspräsidentin berät per Telefonschalte mit den Spitzen der Mitgliedsstaaten, die Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer. Und manch einer, der zur Zeit in Home-Office arbeitet, kommuniziert auf diese Art mit Kolleginnen und Kollegen oder dem Chef. So wird auch in Zeiten von social distancing Kontakt gehalten: man kann sich beraten, Fragen klären, einander helfen … Aber nicht immer funktioniert die Schalte, manchmal bricht die Verbindung auch ab.
Das Gespräch mit Gott, das Gebet, ist gewissermaßen auch so eine Telefonschalte – eine Verbindung, die von Gottes Seite immer geschaltet ist.
Gott lädt uns ein, mit unserem Gebet zu ihm zu kommen. Mit ihm können wir reden. An ihn können wir uns wenden mit unserer Klage und unserem Jubel, mit unserer Traurigkeit und unserer Freude. Gott will uns die Erfahrung schenken, dass das Beten die enge Welt unserer eigenen Wünsche weit und offen macht, dass Beten unser Leben gelingen lässt. Dass Gott uns hört und versteht, das hilft uns leben; das macht es uns leichter, unsere Wege zu gehen – in dunklen, schweren Zeiten voller Unsicherheiten und Unwägbarkeiten ebenso wie in lichten, frohen.
Oft aber bleiben wir stumm. Oft schweigen wir und kein Gedanke geht zu Gott hin. „Seid beharrlich im Gebet …“ fordert der Apostel Paulus uns auf (Kolosser 4, 2). Doch häufig vergessen wir im Getriebe des Alltags einfach, mit Gott im Gespräch zu bleiben. Dann ist es gut, daran erinnert zu werden. Es gibt dazu sogar eigens einen Sonntag im Kirchenjahr. Rogate heißt der morgige Sonntag – zu deutsch: Betet. Tun wir es! Beharrlich. Die „Schalte“ jedenfalls steht …!

Herzlich grüßt Sie
Ihr Pfarrer Matthias Piontek

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