Wort für den Tag - 5. Januar

Auf die Stimme hören.

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Jesaja 50,4 ca. 540 v. Chr.

Hier wird von einem Menschen im Prophetenbuch Jesaja erzählt, von dem wir nicht viel wissen. Aber wir lesen, dass er das gute und heilende Wort zur rechten Zeit für die spricht, die es brauchen. Er hat ein offenes Ohr für die Müden und Bedrängten. Für alle, denen nicht mehr zugehört wird. Für die, die vergeblich nach Worten ringen. Dieser Mensch dient denen, die am Alltag ermüden. Ein ehrlicher, guter Knecht.

Es ist noch still im Haus. Ich kann nicht schlafen. Meine Müdigkeit hat mich geweckt. Ich sitze in der Küche. Den Morgenstern habe ich angeknipst. Er gibt so ein warmes wohliges Licht von sich. Ich schaue aus dem Fenster. Der Morgen beginnt mich silbern am Horizont zu begrüßen.

Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.

Ich schalte das Radio ein. On! Die Impfzentren sind eingerichtet. Der Impfstoff ist da. Er ist das Weihnachtsgeschenk für die Menschen. Der Inzidenzwert in Sachsen ist der Höchste aller Bundesländer. In Zittau werden auch über Weihnachten Totenscheine ausgestellt und die Krematorien sind überlastet. Warum werden Kirchen in der Weihnachtszeit nicht geschlossen?

Müssen es wirklich diese ersten Worte des Tages sein, die an mein Ohr dringen? Off! Klingt da nicht eine andere Stimme in mir?

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden.

Solche Menschen in der Nähe zu wissen, tut gut. Menschen, die ihre innere Kirche – ihren Resonanzraum für meine müden Gedanken, meinen gebeugten Körper, meine gestresste Seele offenhalten.

Deshalb sind die Kirchen offen. Für die Müden. Unser Körper ist durch das Virus in Gefahr und unsere Seele leidet mit. Wir sind in Angst und Sorge, verunsichert und traurig. Mit den Müden zur rechten Zeit reden, dafür ist die Kirche mit ihren offenen Türen und Herzen für die Menschen da.

Wir können das offene Ohr und die ermutigenden Worte des Dieners für das Leben in unserer Zeit anderen schenken. Offenheit und Ermutigung sind uns durch Weihnachten geschenkt. In jeder Geburt liegt die Hoffnung auf Zukunft. Es ist das ewige Geschenk Gottes an uns Menschen.

Gott segne diesen Tag.

Ihr Martin Staemmler-Michael

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