Wort für den Tag - 11. Januar

Was ist Wahrheit?

Die Frage nach der Wahrheit hat zu allen Zeiten Hochkonjunktur und auch heute fragen und suchen Viele danach. Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen der Religionen bieten ihre Wahrheiten an, ebenso aber auch politische oder Verschwörungs-Ideologien. Die eine „Wahrheit“ mag zu überzeugen oder zu inspirieren, andere irritieren oder können gar gefährlich werden.

Eines aber scheint allen Wahrheitssuchenden gemein zu sein: Vom Finden des Gesuchten erhofft man sich viel. Wie ein Rettungsring im tosenden Meer einer chaotischen und unübersichtlichen Welt soll die Wahrheit ein fester Punkt sein, von dem aus man wieder Halt gewinnt, verstehen und aktiv werden kann.

Allzu oft wird diese Hoffnung enttäuscht, weil die tatsächliche Wahrheit auf dem eingeschlagenen Weg nicht zu erreichen ist und/oder vermeintliche Wahrheiten nicht tragen. Als Christinnen und Christen dürfen wir die Suche nach der Wahrheit aber mit einer besonderen Hoffnung beginnen, an die der heutige Lehrtext der Herrnhuter Losungen erinnert:

„Gott, unser Heiland, will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1. Timotheus 2, 3f.)

Und wenn der allmächtige Gott etwas will – was anderes ist dann zu erwarten, als das es geschieht?

Herzliche Grüße und eine gesegnete Woche wünscht

Ihr Konstantin Enge

 

Wort für den Tag - 8. Januar

„Gott ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz,
dass ich nicht wanken werde.“
(Ps 62,7)

Mit den Worten der Tageslosung für den 08.Januar sind Sie eingeladen zum Gebet:

Gott,
du bist mein Fels. Du gibst mir Stabilität und einen sicheren Grund, auf dem ich stehen kann.

Gott,
du bist meine Hilfe. Zu dir rufe ich, wenn ich nicht weiter weiß. An dich wende ich mich in Momenten von Angst, Trauer und Schmerz.

Gott,
du bist mein Schutz. Bei dir bin ich sicher, denn du stehst mir bei und verlässt mich nicht. Durch dich fühle ich mich gestärkt für meinen Tag.

Gott,
ich danke dir, dass du da bist. Sei bei mir, damit ich nicht wanke. Und sei bei mir, wenn ich es doch tue.

„Gott ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz,
dass ich nicht wanken werde.“
(Ps 62,7)

 Anne-Marie Beuchel

Wort für den Tag - 7. Januar

Wovon leben eigentlich die Engel?

Zu Weihnachten waren wieder viele Engel zu sehen - schön gemalte auf Bildern und Grußkarten und Engelfiguren neben einer Krippe oder als Leuchter in den Fenstern.  Schon immer beschäftigen diese außergewöhnlichen Wesen die Phantasie der Menschen. Und manchmal stellt sich die Frage, ob es sie wirklich gibt und was sie eigentlich für Geschöpfe sind.

Eine eindrückliche Antwort darauf wurde uns am 1. Advent in der Bethanienkirche gegeben. Bevor in diesem Gottesdienst die alten  Kirchenvorsteher verabschiedet und die neuen eingeführt wurden, unterhielt sich die Pfarrerin in der Predigt mit einem Engel. Er kam ganz in Weiß, aber ohne Flügel.
Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel. 
Und als am Ende gefragt wurde, ob nicht noch mehr Engel in der Kirche sind, gab es zunächst einen kurzen Moment der Stille. Dann aber standen viele in der Gemeinde auf. 
Ja, natürlich! Engel sind doch Boten. Das ist die wörtliche Übersetzung des griechischen Wortes angelos.

Nachdem die eine Frage geklärt ist, taucht gleich - so geht das ja häufig - die nächste auf: Sind Engel nicht sehr zarte und flüchtige Wesen? Wovon leben die eigentlich?

Ich habe da so eine Vermutung, die ich hier gern mit Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser bedenken möchte.  Es spricht doch sehr viel dafür, dass so ein Angelo oder so eine Angela vor allem vom Ev-Angelium lebt.  Das leuchtet mir nicht nur rein sprachlich ein, wobei das Ev im Griechischen eu heißt und gut bedeutet.
 

Engel leben - was auch immer sie sonst noch zu sich nehmen - als Engel von guten Nachrichten!
Wenn es überhaupt keine guten Nachrichten mehr gäbe, würden die Engel verhungern.  
Und mal ganz ehrlich: Gibt es nicht viele, sehr viele hungrige Engel, die recht flügellahm irgendwo herumhocken?

Wir wissen es alle: Die richtige Ernährung ist ein ganz entscheidender Faktor für die Gesundheit.
Das gilt auch für die Engelnatur. 
Engelnatur? Ja natürlich! Als Geschöpfe Gottes gehören sie zu seiner Natur und unterliegen damit auch ihren und seinen Gesetzen. Engel müssen gut auf ihre Ernährung achten und auch ausreichend Bewegung haben. Beides hängt eng zusammen.

Eine tägliche Ration Evangelium hält die Engel bei Kräften. Am besten schmeckt und stärkt das in guter Gemeinschaft. Das geht leider nicht immer und zu allen Zeiten. Aber echte Engel sind auf der Höhe, auch zeitlich. Sie benutzen deshalb auch das Telefon und neuerdings sogar das Internet. Das Evangelium muss nämlich kommuniziert werden, damit es richtig verdaut werden kann. 
Die Kommunikation des Evangeliums ist die wichtigste Aufgabe der Engel. Das haben wir zu Weihnachten wieder deutlich gehört.
Diese Aufgabe bringt die Engel ordentlich in Bewegung.  Und andere auch, denn das Evangelium kann ganz schön bewegend sein!

Heinz Schneemann

Wort für den Tag - 5. Januar

Auf die Stimme hören.

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Jesaja 50,4 ca. 540 v. Chr.

Hier wird von einem Menschen im Prophetenbuch Jesaja erzählt, von dem wir nicht viel wissen. Aber wir lesen, dass er das gute und heilende Wort zur rechten Zeit für die spricht, die es brauchen. Er hat ein offenes Ohr für die Müden und Bedrängten. Für alle, denen nicht mehr zugehört wird. Für die, die vergeblich nach Worten ringen. Dieser Mensch dient denen, die am Alltag ermüden. Ein ehrlicher, guter Knecht.

Es ist noch still im Haus. Ich kann nicht schlafen. Meine Müdigkeit hat mich geweckt. Ich sitze in der Küche. Den Morgenstern habe ich angeknipst. Er gibt so ein warmes wohliges Licht von sich. Ich schaue aus dem Fenster. Der Morgen beginnt mich silbern am Horizont zu begrüßen.

Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.

Ich schalte das Radio ein. On! Die Impfzentren sind eingerichtet. Der Impfstoff ist da. Er ist das Weihnachtsgeschenk für die Menschen. Der Inzidenzwert in Sachsen ist der Höchste aller Bundesländer. In Zittau werden auch über Weihnachten Totenscheine ausgestellt und die Krematorien sind überlastet. Warum werden Kirchen in der Weihnachtszeit nicht geschlossen?

Müssen es wirklich diese ersten Worte des Tages sein, die an mein Ohr dringen? Off! Klingt da nicht eine andere Stimme in mir?

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden.

Solche Menschen in der Nähe zu wissen, tut gut. Menschen, die ihre innere Kirche – ihren Resonanzraum für meine müden Gedanken, meinen gebeugten Körper, meine gestresste Seele offenhalten.

Deshalb sind die Kirchen offen. Für die Müden. Unser Körper ist durch das Virus in Gefahr und unsere Seele leidet mit. Wir sind in Angst und Sorge, verunsichert und traurig. Mit den Müden zur rechten Zeit reden, dafür ist die Kirche mit ihren offenen Türen und Herzen für die Menschen da.

Wir können das offene Ohr und die ermutigenden Worte des Dieners für das Leben in unserer Zeit anderen schenken. Offenheit und Ermutigung sind uns durch Weihnachten geschenkt. In jeder Geburt liegt die Hoffnung auf Zukunft. Es ist das ewige Geschenk Gottes an uns Menschen.

Gott segne diesen Tag.

Ihr Martin Staemmler-Michael

Wort für den Tag - 4. Januar

4. Januar – vier Tage alt ist das Jahr 2021. Am Beginn eines neuen Jahres gehen uns allerlei Gedanken durch den Kopf: Fragen, Wünsche, Hoffnungen und auch Befürchtungen im Blick auf das neue Jahr. Dieses aufmunternde „Das wird schon werden!“, das ist zu wenig. Wir wissen, dass es letztlich nicht trägt. Was ist, wenn mir der Mut fehlt und die Kraft für den nächsten Schritt nicht mehr reicht? Wer befreit meine Gedanken, wenn ich in Sorgen gefangen bin? Wo ist das Licht, das mir den Weg aus dem Dunkel zeigt? Was ist, wenn meine Träume blass werden, die guten Vorsätze sich im Sande verlaufen und die Hoffnung verkümmert? Wo finde ich Halt, wenn ich an meine Grenzen stoße, wenn ich unzufrieden mit mir selbst und anderen bin? Zu wem kann ich gehen, wenn ich allein dastehe mit dem, was mich belastet?
So viele Fragen! Es ist gut, sie auszusprechen, sie beim Namen zu nennen. Das hilft gegen Enttäuschungen und das bewahrt vor Illusionen. Das schafft Klarheit und es macht Mut zu dem Eingeständnis: Aus uns selbst heraus wächst sie nicht, die Zuversicht, ein neues Jahr zu beginnen. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Wir können Freude und Glück erleben und vielleicht auch Traurigkeit. Manches wird uns gelingen, manches wird fehlschlagen. Aber bei allen Unwägbarkeiten des neuen Jahres können wir eins getrost und mit aller Zuversicht tun: auch dieses Jahr 2021 aus Gottes Hand nehmen und darauf vertrauen, dass - bei allem, was geschieht - seine Hand uns hält.
Die Bibel ermutigt uns dazu! „Dies nehme ich zu Herzen, darum bin ich voll Hoffnung: Die Güte des HERRN ist's, dass wir nicht gar aus sind. Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu.“ (Klagelieder 3, 22)

Pfarrer Matthias Piontek

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