
Die Evangelisch-Lutherische Bethanienkirchgemeinde unterstützt als Erstunterzeichnerin die "Leipziger Erklärung 2026" des Aktionsnetzwerks "Leipzig nimmt Platz":
Leipziger Erklärung 2026
Den Aufstieg des Autoritarismus bekämpfen
Autoritäre Kräfte haben sich in Europa und weltweit ausgebreitet. Damit einher geht ein Neuerstarken des Nationalismus und die Abwertung marginalisierter Gruppen.
In den vergangenen Jahren ist es nicht gelungen, den Vormarsch der „Neuen Rechten“ wirksam zu stoppen – auch, weil von demokratischer Seite versäumt wurde, klare Grenzen zu ziehen. Nicht jede Meinung, die strafrechtlich zulässig ist, muss unwidersprochen hingenommen werden. Grundrechte und universelle Menschenrechte sind nicht verhandelbar!
Umso wichtiger ist es, solidarisch zusammenzustehen, die Menschenrechte entschlossen zu verteidigen und den Autoritarismus zurückzudrängen.
Für eine neue Solidarität
Der Aufstieg autoritärer Kräfte ist auch Folge mangelnder Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichen, progressiven und radikal-emanzipatorischen Kräften. Die Suche nach Gemeinsamkeiten und verbindenden Ansätzen wurde vernachlässigt. Nur zusammen können wir diesen Entwicklungen Paroli bieten.
In einer Zeit, in der all jene bedroht werden, die nicht in das Weltbild der „Neuen Rechten“ passen, ist es nötig, Solidarität neu zu beleben. Wir kämpfen für vielfältige Wege hin zu einer Gesellschaft, die auf gleichberechtigter, sozialer, wirtschaftlicher, politischer und kultureller Teilhabe basiert.
Plattform und Platznehmen
Es ist wichtiger denn je, dass sich alle Akteur*innen der Stadtgesellschaft zusammenschließen – ob mit bürgerlichem oder radikal-emanzipatorischem Anspruch.
„Leipzig nimmt Platz“ versteht sich als breites zivilgesellschaftliches Netzwerk für alle, die unsere Ziele teilen. Es bietet eine Plattform für vielfältige Initiativen, die die Herausforderungen der Gesellschaft solidarisch angehen und menschenfeindlichen sowie autoritären Tendenzen entgegentreten.
Aktion und Perspektive
In den vergangenen Jahren konnten neonazistische und antidemokratische Aufmärsche in Leipzig immer wieder erfolgreich blockiert und geschwächt werden. Entschlossener, kreativer und vielfältiger Protest bescherte der extremen Rechten wiederkehrende Niederlagen.
Doch reiner Gegenprotest ist nicht mehr ausreichend. Wir müssen die Deutungshoheit im öffentlichen Raum beanspruchen!
Das Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“ steht für gewaltfreie, aber entschlossene Aktionen, um menschenfeindliche Aufmärsche und Aktivitäten zu verhindern. Zugleich setzen wir eigene Schwerpunkte gegen die autoritären Entwicklungen.
Unser Konsens
Wir tragen Verantwortung für die Gesellschaft, in der wir leben. Vor dem Hintergrund der zunehmenden systemisch bedingten Ungleichheit müssen wir solidarische Antworten liefern.
Uns eint die Überzeugung, dass wir uns menschenfeindlichen Strukturen mit unserer Vielfalt, unserem Mut und unserem Verstand entgegensetzen.
Neonazistische Einstellungen, Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus, Queerfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und alle anderen Ideologien der Ungleichwertigkeit dürfen nirgendwo Platz haben.
- Wir stellen uns den Vertreter*innen dieser Ideologien entschieden entgegen.
- Wir sind solidarisch mit den Betroffenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
- Wir tragen diese Botschaft in die Stadtgesellschaft und darüber hinaus.
- Wir stehen solidarisch an der Seite aller, die diese Ziele mit uns teilen.
- Wir wollen das in gemeinsamen und gewaltfreien Aktionen erreichen.
- Wir zeigen unseren Protest auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsams.
Wir dulden Autoritarismus weder in Leipzig noch anderswo!
